Muskulatur Aufbau
Muskulatur Aufbau
Muskelfasern werden aus vielen Muskelzellen zusammengesetzt. Dabei liegen die Zellen in einer Reihe hinter einander, und zwar so, dass die Faser kürzer wird, wenn die Zellen sich zusammenziehen. So addieren sich alle Verkürzungen der einzelnen Zellen, der Muskel kann jetzt z.B. einen Arm beugen.
Damit die Kraft, die der Muskel entwickelt hat, übertragen werden kann endet jede Muskelfaser mit einer Art "Seil": einer Faser aus einem kräftigen Material, aus dem die Sehnen aufgebaut werden. Es gibt "schnelle" und "langsame" Muskelfasern, benannt nach der Geschwindigkeit, mit der sie reagieren. Sie werden mit unterschiedlichen Brennstoffen versorgt. Die schnellen Fasern, auch weiße Fasern genannt, werden besonders stark vom Blut mit Sauerstoff versorgt. Der Blutsauerstoff ist natürlich sofort verfügbar, aber weil die Muskeln bei der Kontraktion anschwellen drücken sie zugleich die feinen Adern zu, die sie mit Sauerstoff versorgen. Der Nachschub bleibt also sehr schnell aus. Deswegen sind diese schnellen, kräftigen Fasern nur für kurze, kräftige Bewegungen zu brauchen. Die roten Fasern werden dagegen weniger durch Blutsauerstoff betrieben, sondern mit gehortetem Brennmaterial. Weil das für die Verbrennung erst umgebaut werden muss sind diese Fasern etwas langsamer, können dafür aber sehr viel länger die Kraft aufrechterhalten. Die verschiedenen Brennöfen der Zellen sind im Mikroskop unterschiedlich gefärbt, daher die Namen. Das Verhältnis von roten zu weißen Muskelfasern ist bei allen Menschen unterschiedlich. Menschen mit besonders vielen roten Muskelfasern bauen langsamer Muskelmasse auf, brauchen dafür aber ein bis zwei Ruhetage weniger als die, die besonders viele weiße Muskelfasern besitzen und schnell Muskelmasse aufbauen können. In den Muskeln sind die roten und weißen Muskelfasern im Allgemeinen gleich verteilt. Allerdings gibt es einzelne Muskeln, die von dieser "Halbe-Halbe-Regel" abweichen. So hat der Trizeps etwa 10% bis 30% mehr schnelle weiße Muskelfasern, der Schollenmuskel dagegen 25% bis 40% mehr langsame rote Muskelfasern als ein durchschnittlicher Muskel.
Wenn Du darüber nachdenkst, was für Aufgaben diese Muskeln haben wirst Du sofort dahinter kommen, warum das so ist.
Übrigens gibt es zwei verschiedene Arten von Muskelzellen: die Skelettmuskulatur, die man auch quergestreifte, animale oder bewußte Muskulatur nennt, sowie die Glatte Muskulatur, die auch vegetative oder unbewußte Muskulatur genannt wird. Glatte Muskulatur kommt vor allem in den Eingeweiden vor. Sie muss sich ständig bewegen, damit der Nahrungsbrei in den Därmen weiter transportiert wird, braucht dafür aber nicht sehr kräftig zu sein. Deswegen sind diese Muskeln und Muskelzellen anders aufgebaut als die Skelettmuskeln, die für kurze Zeit starke Kräfte entwickeln können.
Die maximale Kraft, die ein Muskel entwickeln kann, wird durch zwei Faktoren bestimmt: Durch die Zahl der Muskelzellen, die sich zusammenziehen können und durch die Größe der einzelnen Muskelzellen. Durch das Training werden die Zahl und die Größe der Muskelzellen und Fasern erhöht.